Aktionswoche der Beratungsstellen Arbeit für Fahrerinnen und Fahrer von Essenslieferdiensten

Anlässlich des Internationalen Tages der menschenwürdigen Arbeit am 7. Oktober führt die Beratungsstelle Arbeit im Kreis Wesel  am 6.10. eine gezielte Flyeraktion in Moers durch. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere Auslieferungsfahrerinnen und Auslieferungsfahrer, die im Umfeld von Gastronomiebetrieben und Imbissen unterwegs sind.

Mit der Aktion möchte die Beratungsstelle Arbeit Beschäftigte gezielt erreichen und über ihre Rechte im Arbeitsverhältnis informieren. Gerade bei Auslieferungsdiensten sind Beschäftigte häufig unter Zeitdruck unterwegs und arbeiten teilweise in Minijobs, als Aushilfen oder unter anderen unsicheren Beschäftigungsbedingungen. Dabei ist vielen Menschen nicht bekannt, welche arbeitsrechtlichen Ansprüche ihnen zustehen.

Die Flyer informieren unter anderem über den gesetzlichen Mindestlohn, Arbeitszeiten und deren Erfassung, Pausen, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall sowie Urlaubsansprüche. Auch Fragen rund um Arbeitsverträge und die korrekte Abrechnung der geleisteten Arbeitszeit können für Beschäftigte eine wichtige Rolle spielen.

Die Gastronomie- und Imbisslandschaft ist für viele Menschen ein wichtiger Einstieg in den Arbeitsmarkt. Gleichzeitig können gerade dort prekäre Beschäftigungsverhältnisse entstehen. Die Beratungsstelle Arbeit möchte mit ihrer Aktion niedrigschwellig und direkt vor Ort informieren und Beschäftigte ermutigen, ihre Rechte wahrzunehmen und sich bei Unsicherheiten beraten zu lassen.

Der Tag der menschenwürdigen Arbeit wird jährlich am 7. Oktober begangen und macht weltweit auf faire Arbeitsbedingungen, soziale Sicherheit und die Einhaltung arbeitsrechtlicher Standards aufmerksam. Die Aktion der Beratungsstelle Arbeit im Kreis Wesel greift diesen Gedanken auf und setzt einen konkreten Schwerpunkt auf die Situation von Beschäftigten in der Auslieferung und Gastronomie.

Gemeinsam mit weiteren Partnern im landesweiten Beratungsnetzwerk gegen Arbeitsausbeutung beteiligt sich die Beratungsstelle Arbeit in der Woche ab dem 5. Oktober mit der eigenen Aktion an der Aktionswoche für Fahrerinnen und Fahrer von Essenslieferdiensten.

Die Situation der Fahrerinnen und Fahrern von Essenslieferdiensten insbesondere aus dem Ausland war in den letzten Jahren immer wieder Thema in der medialen Berichterstattung. Im Fokus stand dabei insbesondere die Situation von Studenten und Studentinnen aus Drittstaaten, die neben dem Studium für Essenslieferdienste fahren. Die Arbeits- und Lebensbedingungen der Fahrerinnen und Fahrer sind oft prekär. Sie verschulden sich, um nach Deutschland kommen zu können und erhalten einen Lohn, der nicht auskömmlich ist. Bei vielen Plattformen, die die Lieferung von zubereitetem Essen vermitteln, ist es üblich, dass die eigentliche Lieferung durch andere Unternehmen erfolgt. Diese Struktur aus Subunternehmen und ausländischen Beschäftigten kann zur Umgehung arbeitsrechtlicher Standards und zu prekären Arbeitsbedingungen führen. Daher hat das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW eine Aktionswoche der landesgeförderten Beratungsprojekte aus dem Netzwerk gegen Arbeitsausbeutung initiiert.

Die Beratungsstelle Arbeit im Kreis Wesel ist mit ihren Standorten in Wesel, Rheinberg, Dinslaken und Moers für Ratsuchende erreichbar. Die Beratung ist kostenfrei und vertraulich. Beschäftigte können sich unter anderem bei Fragen zu Arbeitsverträgen, Lohn und Arbeitszeit, Kündigung, Mindestlohn oder anderen Problemen im Arbeitsverhältnis an die Beratungsstelle wenden.