„Es ist wichtig, dass wir gemeinsam die Probleme aufzeigen, die Menschen in unserer Region direkt betreffen“

Die vorliegenden Haushaltsentwürfe des Bundes und Landes NRW für 2025 enthalten weitreichende und schwerwiegende Kürzungen im sozialen Bereich wie noch nie zuvor.

Die Sparvorhaben der Bundes- und der Landesregierung gefährden insbesondere das zivilgesellschaftliche Engagement in Deutschland und zahlreiche gesellschaftspolitische Programme: Kürzungen sind unter anderem bei den Freiwilligendiensten, in der Demokratieförderung und in der Kinder- und Jugendarbeit vorgesehen. Daneben sind beispielsweise Maßnahmen zur Armutsbekämpfung und für sozialen Zusammenhalt, die Familienbildung und –beratung, die Verbraucher- und Schuldnerberatung, die Aids- und Suchthilfe, Leistungen im Bereich der Altenhilfe und Pflege und Projekte für Menschen mit Behinderung betroffen. Der Schutz vor Gewalt von Frauen sowie entsprechende Unterstützungssysteme sollen ebenfalls zurückgefahren bzw. der dringend notwendige Ausbau von Präventions- und Schutzangeboten zurückgestellt werden. Signifikante Kürzungen sind auch in den Bereichen Flucht, Migration und Integration sowie und der Eingliederung in Arbeit und beim Bürgergeld geplant.

Die Haushaltsplanungen des Bundes und Landes wirken sich auch auf die kommunalen Haushalte und ihre Sozialplanungen aus.

Die Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände (AGW) im Kreis Wesel ist zutiefst besorgt über den in Teilen bereits erkennbaren Abbau des Sozialstaates und hat deshalb alle Bundestags-  und Landtagsabgeordneten aus dem Kreis Wesel sowie den Landrat, Ingo Brohl, zu einem Gespräch eingeladen. Ziel des Treffens war es, die möglichen Auswirkungen der Sparpläne auf die soziale Infrastruktur und die Angebote im Kreis Wesel vor Ort aufzuzeigen und die Abgeordeneten aufzufordern, sich in den kommenden Haushaltsberatungen für eine Kurskorrektur einzusetzen.

„Es ist wichtig, dass wir gemeinsam die Probleme aufzeigen, die Menschen in unserer Region direkt betreffen – von der Kita über Jugendarbeit über die Pflege bis hin zu Beratungsdiensten,“ betonte Andreas Fateh, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtspflege Kreis Wesel. „Wir hoffen, dass dieses Gespräch zu der Erkenntnis führt, dass die Finanzierung der sozialen Arbeit als Investition in die Zukunft und den gesellschaftlichen Zusammenhalt  weiterhin gesichert werden muss um die dringend benötigten sozialen Angebote auch weiterhin aufrechtzuerhalten.“

Alle Vertreter*innen der Wohlfahrtsverbände Kreis Wesel betonen dabei die Dringlichkeit der Situation: „Es geht nicht nur um Zahlen und Budgets, sondern um Menschen, die auf diese Unterstützung angewiesen sind. Die Kürzungen gefährden nicht nur Arbeitsplätze, sondern vor allem die Lebensqualität vieler Bürger*innen und den Zusammenhalt in  der Gesellschaft hier im Kreis”.

Der Einladung gefolgt waren die Bundestagsabgeordneten Jan Dieren (SPD) und Ulla Schauws (Bündnis 90/Die Grünen), der Landtagsabgeordnete René Schneider (SPD) und der Landrat des Kreises Wesel Ingo Brohl. Die anwesenden Landtags- und Bundestagsabgeordneten zeigten Verständnis für die Anliegen der Wohlfahrtsverbände und nahmen die besorgniserregenden Berichte über finanzielle Engpässe und die möglichen Folgen für Bürger*innen in ihren Wahlkreisen sehr ernst. Der Landrat unterstützte die Forderung nach nachhaltigen Lösungen, um das soziale Netz im Kreis Wesel auch zukünftig zu sichern.

Ein zentrales Thema war die Frage, wie die notwendige Finanzierung der sozialen Angebote langfristig gesichert werden kann und welche Rolle Bund, Land und kommunale Ebene dabei übernehmen müssen. Es wurden erste Ansätze diskutiert, wie die politischen Entscheidungsträger sich für eine bedarfsgerechte Förderung der sozialen Strukturen im Kreis einsetzen können.

Die Wohlfahrtsverbände und die politischen Vertreter vereinbarten, den Dialog zu verstetigen und das Austauschformat im kommenden Jahr fortzuführen. Ziel ist es, gemeinsam an Lösungen zu sozialen Bedarfslagen zu arbeiten und die sozialen Angebote im Kreis Wesel auch langfristig abzusichern.

Foto: Andreas Fateh, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtspflege Kreis Wesel

Fachtag: Teams der OGs erhalten Impulse für den Alltag

Auch in diesem Jahr konnten die Teams der OGs der Diakonie im Ev. Kirchenkreis Dinslaken im Rahmen eines Fachtages ihren Erfahrungsschatz für den Arbeitsalltag erweitern. Wie im vergangenen Jahr gestalteten Dozenten von Your!Control den Tag. 40 Mitarbeitenden des Bereichs Schule (OGS und Schulsozialarbeiter) erlebten einen tollen Tag rund um das Thema Erlebnispädagogik. Neben einem gemeinsamen Frühstück und Mittagessen, konnten die Teams viele praktische Anwenden und Übungen selbst durchführen, die mit dem Thema Frustration, Motivation, Koordination und Gruppendynamik zu tun hatten. Jede Übung wurde im Nachhinein besprochen und es wurden die Anwendungsbereiche für die Schüler ausgelotet. Die Gelder für den Fachtag wurden durch Fördermittel der Diakonie RWL aufgestockt.

Neu: Drogenberatung ab sofort auch digital

Zusätzlich zur Beratung vor Ort bietet die Drogenberatung Dinslaken auch die Möglichkeit der digitalen Beratung: kostenlos, anonym und unter Einhaltung der gesetzlichen Schweigepflicht. Per Video, als Textchat oder auch per E-Mail kann von zu Hause am PC oder mit dem Smartphone mit den Fachkräften Kontakt aufgenommen werden und Beratung erfolgen.

Grundlage hierfür bietet das bundesweite Online-Portal DigiSucht (www.suchtberatung.digital), das in Nordrhein-Westfalen über die Suchtkooperation NRW koordiniert wird und professionelle, digitale Hilfe für Ratsuchende ermöglicht. Die Drogenberatung Dinslaken beteiligt sich an diesem Modellprojekt und möchte sowohl Drogenkonsument*innen als auch Angehörigen auf diesem Weg die Kontaktaufnahme erleichtern. Über DigiSucht kann man sich nach einer ersten Registrierung jederzeit in das Portal einloggen, um professionelle Beratung und Unterstützung zu erhalten.

Online-Petition für Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte

Die geplanten Haushaltskürzungen des Landes NRW werden massive Folgen für die Flüchtlingsarbeit  – auch die der Diakonie im Ev. Kirchenkreis Dinslaken –  haben. So soll das Landesprogramms „Soziale Beratung von Geflüchteten“ (SBvG) zerschlagen werden. Jedoch ist diese unabhängige Beratung für Asylantragstellende unabdingbar für eine funktionierende Aufnahmestruktur des Landes NRW.

NRW braucht Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte – gerade jetzt! Deshalb fordert das Netzwerk für Soziale Beratung von Geflüchteten die Landesregierung auf, die Zerschlagung des Landesprogramms zu verhindern und Lösungen dafür zu finden, alle Beratungssäulen und Begleitstrukturen in ihrer Konzeption zu erhalten, sowie bedarfsgerecht und auskömmlich zu fördern.

Um mehr Gehör bei zu den Verantwortlichen  bekommen, hat das Netzwerk jetzt eine Online-Petition gestartet:

Klicken Sie hier, und geben den Geflüchteten eine Stimme: zur Online-Petition

WERTvoll arbeiten – menschenwürdig statt prekär!

Anlässlich des Welttages der menschenwürdigen Arbeit hatte das Team Beratungsstelle Arbeit/Kreis Wesel und das Arbeitslosenzentrum der Diakonie im Ev. Kirchenkreis Dinslaken eingeladen, um die Situation prekärer Beschäftigung zu thematisieren und gemeinsam öffentlich für gute Arbeit in allen Bereichen einzutreten. Denn Umgehung des gesetzlichen Mindestlohns, überhöhte Lohnabzüge, überlange Arbeitszeiten oder unrechtmäßige Kündigungen sind auch auf dem nordrhein-westfälischen Arbeitsmarkt leider immer wieder Realität. Die Entwicklungen in der Fleischindustrie vor einigen Jahren haben dringenden Handlungsbedarf offenbart, der inzwischen in Gesetzesverbesserungen mündete. Doch auch in weiteren Branchen, wie beispielsweise in der Paket- oder Reinigungsbranche, arbeiten Menschen stellenweise unter schlechten Arbeitsbedingungen.

Mit dem landesweiten Beratungsangebot für prekär Beschäftigte und Menschen in ausbeuterischer Beschäftigung stellt das MAGS Unterstützungsangebote für diejenigen bereit, die ihre Rechte nicht kennen oder sich selbst nicht zu helfen wissen. Die Beratungsstelle Arbeit unterstützt und berät Menschen in schwierigen Beschäftigungssituationen.

Riesenerfolg beim Sponsorenlauf : 3.000 Euro für „Kein Kind in Armut“

Beim diesjährigen Möllebeckfest in Hünxe-Bruckhausen strahlte nicht nur die Herbstsonne, sondern auch alle Mitarbeitenden der Diakonie Dinslaken im Ev. Kirchenkreis Dinslaken am Sportplatz des TV Bruckhausen: Dort drehten am frühen Nachmittag 39 Kinder zahlreiche Runden beim Sponsorenlauf gegen Kinderarmut. Der Einsatz hat sich mehr als gelohnt: 2690 Euro konnten die Kinder „erlaufen“ und der Festveranstalter VFDB rundete kurzerhand auf 3.000 Euro auf.

„Nicht nur die beachtliche Summe, vor allem auch das große Interesse und die guten Gespräche haben uns unheimlich gefreut“, sagt Alexandra Schwedtmann, Leiterin der Diakonie Dinslaken. „Wir möchten uns herzlich bei allen kleinen Läuferinnen und Läufern, ihren Familien und den großzügigen Sponsoren bedanken, die dieses großartige Ergebnis möglich gemacht haben. Ohne diese Unterstützung wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen! Ein besonderer Dank geht auch an den Festveranstalter für die großzügige Aufrundung, an alle Mitarbeitenden und Helfer*innen im Vorfeld und vor Ort sowie an unsere Sponsoren und Partner. “

 

Fachtag LBGTQIA+ am 10. Oktober

Eine gender- und diversitätsbewusste Grundhaltung spielt in der Unterstützung und Beratung der diakonischen Arbeit eine immer größere Rolle. Die Lebenswelten der Klient*innen jeden Alters sind komplexer geworden, die Akzeptanz und Wertschätzung dieser vielfältigen Lebensentwürfe ist ein Grundpfeiler für ein professionelles, respektvolles und offenes Miteinander.

Deshalb nimmt das Team der Diakonie im Ev. Kirchenkreis Dinslaken mit dem Fachtag LGBTQIA+ bunte Lebensentwürfe und ein Thema, das den gesellschaftlichen Diskurs antreibt, viel Veränderung mit sich bringt, aber auch noch Verwirrung stiftet, genauer in den Blick. Am 10. Oktober 2024 beleuchten Referent*innen aus Politik und Gesellschaft von 8 Uhr bis 17 Uhr LGBTQIA+ im Kontext von Arbeit, Familie, Jugend, Senior*innen und Migration. In Vorträgen und Workshops kommen aktuelle Herausforderungen zur Sprache, werden Praxisbeispiele aus dem Arbeitsalltag dargestellt und Ansätze und Zukunftsvisionen für ein gender- und diversitätsbewusstes Miteinander diskutiert.

Die Tagung der Diakonie ist für die Öffentlichkeit freigegeben. Interessierte Menschen, die im beruflichen Kontext mit dem Thema Gender und Diversität viel Berührung haben, sind herzlich eingeladen, teilzunehmen.  Es wird bitte um eine vorherige Anmeldung per E-Mail an: diakonie-dinslaken@ekir.de

 

Fachtag LGBTQIA+

  • Oktober 2024, 08:00 bis 17:00 Uhr
  • Veranstaltungsort: Kirchengemeinde Spellen, Friedrichsfeld, Wilhelmstr. 34, 46562 Voerde, 8-17 Uhr

 

Die Tagung wurde mit 6.000 € durch das Bundesprogramm „Demokratie leben“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugendgefördert und ermöglicht. Eine Teilnahme ist kostenfrei, Catering ist vorhanden. Die Diakonie Dinslaken freut sich vor Ort über eine freiwillige Spende.

Mehr Informationen und das Tagesprogramm gibt es auf dem Veranstaltungsflyer.

 

AJA-Aktion: Stadtpark wird zum Dancefloor mit DJs, Ständen, Aktionen

Dinslaken. Die aufsuchende Jugendarbeit Dinslaken (AJA Dinslaken) der Diakonie im Ev. Kirchenkreis Dinslaken lädt bei den DinTagen wieder alle Jugendlichen zum bewährten DJ-Event am 24. August im Stadtpark ein. Auch in diesem Jahr macht die AJA die “Jugendwiese” mit einer Open-Air-Party zum Dancefloor. Unter dem Motto “together we dance” kann am 24. August ab 17 Uhr im hinteren Teil des Stadtparks getanzt und gechillt werden.

Das Programm ist speziell auf junge Menschen, die zu jung für späte Kneipen- oder Diskoabende, aber zu alt für Kinderaktionen sind, zugeschnitten. Es wird ein Line-up mit sechs regionalen DJs, Aktionsstände zu Diakonie-Projekten wie „Klar is‘ cool“ für Suchtprävention oder together für die LGTBQ-Jugend (https://www.queere-jugend-nrw.de/projekte/together-dinslaken) geboten.

Seit 2009 ist das Team der AJA in Dinslaken eine bewährte Anlaufstelle für Jugendliche und junge Erwachsene. „Wir arbeiten niederschwellig, unmittelbar nah dran und auch anonym“, sagt Tim Poell, einer der drei Mitarbeiter*innen der Initiative. Genauso wie für die Jugend ist auch für die AJA einfache Vernetzung ein zentraler Pfeiler für erfolgreiche Arbeit. „Jugendarbeit muss breit sein und funktioniert nicht allein“, ergänzt Tim Poell. „Wir sind dankbar für die kurzen Wege und den guten Kontakt zum Beispiel zur Stadt Dinslaken, dem Ordnungsamt oder der Kutscherstube – ohne dem wären unsere Aktionen in der Form nicht mit unseren Ressourcen umsetzbar.“

Das derzeit dreiköpfige Team ist immer für die Jugendlichen präsent: sei es im Stadtpark, auf Social Media oder unterwegs in der Stadt. Neben Freizeitspaß und spannenden Aktionen wie der PDS Jam, Karaokeabende und Workshops bietet die aufsuchende Jugendarbeit auch Unterstützung bei ernsten Themen wie Drogen und anderen Problemen, mit denen Jugendliche konfrontiert sind.

Erreichbar ist die AJA lokal an der Wiesenstr. 44 (Drogenberatung, gegenüber Berufskolleg), über die Webseiten der Diakonie, der Stadt und des Kinderschutzbundes, aber vor allem im Team gerne auch telefonisch oder per Messenger oder über die Sozialen Netzwerke auch anonym, wenn gewünscht. (Tim: 01788216771; Lisa: 01788863521; Ines: 015161360795)

Instagram: https://www.instagram.com/aja.dinslaken/;

Facebook: https://www.facebook.com/aja.din

Foto v.l.: Das Team der AJA Tim Poell; Lisa Schreyer, Ines György-Deak

Kerzenritual und Segensworte am Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende

Aktion von „DEIN TREFF“ und Drogenberatung Dinslaken

Durch die Beteiligung von ca. 350 Organisationen und Initiativen in Deutschland hat sich der „Internationale Gedenktag für verstorbene drogengebrauchende Menschen“ am 21. Juli zum größten bundesweiten Aktions-, Trauer- und Präventionstag im Bereich illegalisierter Drogen entwickelt. Wie in den Jahren zuvor waren auch die Drogenberatung Dinslaken in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden des öffentlichen Wohnzimmers „Dein Treff“ (Diakonisches Werk im Ev. Kirchenkreis Dinslaken & DRK Dinslaken) wieder mit einer Aktion mit dabei.

In den Räumlichkeiten des Treffs hatten sich anlässlich des Gedenktages zahlreiche Besucherinnen und Besucher eingefunden. Die Diakonie-Pfarrerin des Ev. Kirchenkreises, Susanne Jantsch, war zu diesem besonderen Anlass gekommen, um Segensworte zu sprechen und in Gedenken an die verstorbenen Drogengebrauchenden ein Kerzenritual durchzuführen. Mit drei Kerzen, die von den Besucherinnen und Besuchern einzeln angezündet wurden, verband Susanne Jantsch gedanklich die Notwendigkeit von Liebe und Würde insbesondere auch für drogenabhängige Menschen. Sie wünschte den Verstorbenen nach den schweren Jahren ihrer Sucht, nun ihren Frieden gefunden zu haben.

Gemäß dem Motto des diesjährigen Gedenktages „Konsumsicherheit“ wurde des weiteren ein Infotisch mit Materialien zum Safer Use, dem risikomindernden Substanzkonsum, angeboten. Abschließend gab es für die zahlreichen Gäste Kaffee und Kuchen und die Anwesenden hatten Gelegenheit, sich gemeinsam an verstorbene Freunde, Bekannte und Angehörige zu erinnern.

Text: Martina Paduch, Bilder: Peggy Kreienkamp

 

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