„Wir brauchen dringend Verstärkung – auch Herren sind bei uns willkommen“

Duisburg. Es gibt Momente, da weiß man, dass sich etwas ändern muss. Bei Gisela Pogadl ist dieser Moment drei Jahre her. Damals beschloss sie, dass sie sich ehrenamtlich engagieren möchte. Es war kurz nach dem Tod ihres Mannes. „Man kann schließlich nicht den ganzen Tag fernsehen oder spazieren gehen. Jeder braucht doch eine Aufgabe“, erzählt die 71-Jährige. Sie sei damals durch die Wandergruppe der Ev. Kirchengemeinde Vierlinden auf das Begegnungs- und Beratungszentrum für Senior:innen in Duisburg-Walsum aufmerksam geworden. „Wir haben uns dort nach einer Wanderung auf einen Kaffee getroffen, und im Gespräch habe ich erfahren, dass sie dringend Unterstützung benötigen“, erinnert sich die Rentnerin. Gisela Pogadl hat ihre Entscheidung keinen Tag bereut. „Wir sind ein tolles Team, und jeder hilft dem anderen oder springt ein, wenn mal einer nicht kann“, erzählt sie. Die Besucher des BBZ würden ihr zudem so viel zurückgeben. „Es haben sich schon viele nette Bekanntschaften entwickelt“, berichtet die 71-Jährige. Damit immer alle Veranstaltungen, die im BBZ angeboten werden, mit Ehrenamtler:innen besetzt sind, gibt es einmal im Monat eine Teamsitzung. „Dort teilen wir die Termine auf. Den hauptamtlichen Mitarbeitenden der Diakonie ist besonders wichtig, dass wir auch unsere eigenen Hobbys oder Termine nicht vernachlässigen“, so die 71-Jährige. Das sei schon teilweise schwierige. „Wir sind einfach zu wenige“, berichtet sie. Deshalb bräuchte das Team dringend Verstärkung. Und was muss eine Person, die sich im BBZ engagieren möchte, mitbringen? „Na, sie müsste schon ein Teamplayer und kommunikativ sein. Die Senioren brauchen die persönliche Ansprache“, erklärt Gisela Pogadl.  Bislang sind nur Damen im Team „Aber auch Herren sind willkommen“, fügt sie hinzu. Zwei- bis dreimal in der Woche ist sie im BBZ. Sei es, um beim Bingo-Nachmittag die Spieler mit Kaffee und Kuchen zu versorgen oder beim Marktcafé die Besucher zu bedienen. „Wir sind immer schon früher dort und bereiten alles vor. Das heißt, wir decken die Tische ein und schmieren bei Bedarf Brötchen“, beschreibt die Rentnerin ihre Arbeit. Aber auch wenn es mal stressig wird, Gisela Pogadl hat immer einen flotten Spruch auf den Lippen. „Das mögen die Gäste.“ Und wenn sie nach getaner Arbeit wieder nach Hause geht, genießt sie die Ruhe und freut sich schon auf ihre nächste Schicht.

Interessierte, die sich im BBZ engagieren möchten, können sich bei der Teamkoordinatorin Kathrin Bay, unter 02064/ 43 47 21 oder direkt im Begegnungs- und Beratungszentrum am Franz-Lenze-Platz 47 in Duisburg-Walsum melden. Das BBZ ist mitten in der Johanneskirche. Es ist ein Ort, an dem die Senior:innen des Stadtteils sich treffen und austauschen können, aber auch kompetente Beratung bekommen. Träger des BBZ ist das Diakonische Werk Dinslaken.

„Es kann doch keiner wollen, dass so viele Kinder in Dinslaken arm sind.“

Dinslaken. 16,5 Prozent der Kinder in Dinslaken sind arm. Sie leben in einer Familie, die Sozialleistungen beziehen muss. NRW-weit sind es dagegen 11,2 Prozent. Diese alarmierende Zahl ist eines der Ergebnisse der Studie „Ungleiches Nordrhein-Westfalen“, die jetzt auf dem Online-Diskussionsabend mit Alexandra Schwedtmann, Geschäftsführerin der Diakonie im Ev. Kirchenkreis Dinslaken und der Dinslakener Bürgermeisterin, Michaela Eislöffel, von Prof. Stefan Fina, Dozent an RWTH Aachen, vorgestellt wurde. „Wir sind eines der reichsten Länder der Welt und trotzdem wächst jedes fünfte Kind in Armut auf. Diese Kinder haben viel schlechtere Startchancen ins Leben. Wir hatten Glück, dass wir in andere Verhältnisse geboren wurden“, so Alexandra Schwedtmann. Es reiche nicht, dass regelmäßig Wunschbaum-Aktionen oder Tornister-Verschenktage stattfänden. Das seien nur Pflaster, die geklebt würden. Es müsse sich grundsätzlich an ganz vielen Stellen etwas ändern. „Deshalb haben wir das Aktionsjahr gegen Kinderarmut ins Leben gerufen“, berichtet die Geschäftsführerin. Und dafür bräuchte man auch die Kommune als Partner. „Es kann doch keiner wollen, dass so viele Kinder in Dinslaken arm sind“, so Alexandra Schwedtmann. Auch die Bürgermeisterin sieht die Notwendigkeit, das Problem effektiver zu bekämpfen. „Jeder Amtsgang ist für diese Familien eine Demütigung, eine Herausforderung, eine irrsinnige Hürde“, erläutert Michaela Eislöffel. Auch bei dem Thema Altersarmut steht die Stadt im Vergleich zu anderen Kommunen schlechter dar. Laut Studie liegen in Dinslaken die Verschuldung und Lebenshaltungskosten im NRW-weiten Vergleich im Mittelfeld. Es gibt eine geringe Abwanderung bei Ausbildungs- und Berufseinsteigern. Dagegen ist die Arbeitsmarktstruktur problematisch, da es wenige hochqualifizierte Beschäftigte gibt. Die Beschäftigungsquote bei Frauen ist unterdurchschnittlich. Zudem gibt es Defizite bei zukunftsfähigen Geschäftsfeldern und eine hohe Kinderarmut.  „Wir müssen diese Probleme gemeinsam angehen. Die Diakonie ist ein wertvoller Partner für die Kommune“, so die Geschäftsführerin der Diakonie. Die Bürgermeisterin bestätigt dies. „Wir müssen im Dialog miteinander sein.“ Der Diskussionsabend wurde von der Evangelischen Akademie im Rheinland in Kooperation mit der Diakonie im Ev. Kirchenkreis Dinslaken und dem Laboratorium der Ev. Kirchenkreise Dinslaken, Duisburg, Moers und Wesel veranstaltet.

Handlungsbedarfe laut Studie:

  • Attraktivität als Standort für große Breite an Arbeitsplatzangeboten steigern, speziell für Frauen
  • Mehr hochwertige, auf Innovationen und neue Technologien gestützte Wirtschaft bzw. Gründungen bei verbesserter IT-Infrastruktur
  • Sicherung einer guten Erreichbarkeit naheliegender Oberzentren mit ÖV
  • Verstärkte Integration zuziehender sozialer Gruppen v.a. bezogen auf Bildungsangebote und Arbeitsmarkt
  • Sicherung/ Steigerung öffentlicher Einnahmen, Haushalts-Konsolidierung

Betreuungsvereine: Gesprächskreis trifft sich wieder

Dinslaken. Nach einer coronabedingten Zwangspause starten die Betreuungsvereine der Diakonie im Ev. Kirchenkreis Dinslaken und der Caritas jetzt wieder mit ihrem Gesprächskreis für ehrenamtliche BetreuerInnen. Das Angebot richtet sich an Personen, die sich für eine Betreuung interessieren und an bereits den Betreuungsvereinen angeschlossenen BetreuerInnen.  Der nächste Termin ist am 7. April 2022 um 17 Uhr, danach findet er einmal monatlich statt. Das Treffen findet immer am ersten Donnerstag im Monat um 17 Uhr in den Räumen des Diakonischen Werks, Wiesenstraße 44, 46535 Dinslaken statt. Um vorherige Kontaktaufnahme wird gebeten: Kathrin Bay, Wiesenstraße 44, Dinslaken. Tel: 02064/ 434721 oder kathrin.bay@ekir.de

250 Stiefmütterchen in den Farben der ukrainsichen Nationalflagge

Hünxe. 250 Stiefmütterchen in den Farben der ukrainischen Nationalflagge wurden gestern am Quartierspunkt in Hünxe an die Bürger:innen verteilt. „Mit den gespendeten Blumen, die jeder in seinen Vorgarten pflanzen kann, wollten wir ein solidarisches Zeichen setzen“, berichtete die Diakonie-Mitarbeiterin  Annelie Giersch vom Quartierspunkt Hünxe. „Es war richtig voll. Ich hätte noch viel mehr Stiefmütterchen verteilen können“, so Annelie Giersch. Viele Bürger:innen haben zur Freude der Diakonie-Mitarbeiterin im Nachgang Bilder mit den eingepflanzten Blumen geschickt. „Einer hat das Beet sogar noch mit einem selbstgebastelten Peace-Zeichen dekoriert“, freut sie sich über den Erfolg ihrer Aktion. „Wir wollen einfach zeigen, dass wir alle Kriegsflüchtlinge herzlich willkommen heißen.“

Diakonie bietet neue Beratungsangebote für Arbeitnehmer

Dinslaken. Das Team der Diakonie im Ev. Kirchenkreis Dinslaken bietet neue Beratungsschwerpunkte für Arbeitnehmer an: „Das Förderprogramm des Landes NRW und der EU „Perspektiven im Erwerbsleben“ richtet sich an Menschen, die sich in einem beruflichen Veränderungsprozess befinden“, erklärt Julia Glettenberg, Teamkoordinatorin bei der Diakonie im Ev. Kirchenkreis Dinslaken. Immer mehr Arbeitnehmende hätten beispielsweise nur ein befristetes Arbeitsverhältnis und müssten sich umorientieren. Oder manche Beschäftigte würden Jobs ausüben, die unter ihrer beruflichen Qualifikation lägen. „Wir beraten auch Personen, die schon länger arbeitslos sind“, ergänzt die Teamkoordinatorin. Die Beratenden helfen den Klient:innen in Gesprächen ihre Kompetenzen und Fähigkeiten auszuloten, Perspektiven zu finden und selbst eine Lösung zu erarbeiten.  Zudem bieten die Mitarbeitenden der Diakonie eine Anerkennungsberatung für Personen an, die eine ausländische Qualifikation haben und in Deutschland arbeiten möchten. „So beraten wir beispielsweise die Grundschullehrerin, die ihren Abschluss in der Türkei gemacht hat oder die Buchhalterin aus dem Iran, die auch in Deutschland ihren Job ausüben möchte“, berichtet Julia Glettenberg. Die Beratenden geben Infos welche Unterlagen übersetzt werden müssen, wo die berufliche Qualifikation anerkannt werden muss, oder welche Kosten übernommen werden. Die Angebote sind kostenlos.  Interessierte finden weitere Informationen unter: https://diakonie-din.de/arbeit-und-finanzen/arbeit-und-beschaeftigung-2/

Diskussionsabend “Ungleiches NRW“: Vor welchen Herausforderungen stehen Kommunen wie Dinslaken?

Dinslaken. Nordrhein-Westfalen wird von starken Ungleichheiten geprägt. Wachsende dynamische Großstadtregionen grenzen an kriselnde Regionen im Strukturwandel, Klein- und Mittelstädte versuchen nicht abgehängt zu werden und ländliche Regionen sind von Abwanderung geprägt. Vor welchen Herausforderungen stehen die einzelnen Regionen NRWs? Was brauchen Kommunen, um sich aktuellen sozialen und ökologischen Herausforderungen zu stellen? Prof. Stefan Fina, Mitautor der Studie „Ungleiches Nordrhein-Westfalen“, gibt am 30. März ab 19 Uhr in einem Online-Diskussionsabend einen Überblick über aktuelle Herausforderungen und wirft dabei auch einen Blick auf die Region Dinslaken.  Wie nehmen Vertreter*innen der Region diese Prozesse wahr? Welche politischen Wege beschreiten Sie? Welche Rolle spielt dabei die Zivilgesellschaft? Darüber kommen im Anschluss Bürgermeisterin Michaela Eislöffel und Diakoniegeschäftsführerin Alexandra Schwedtmann mit Prof. Fina ins Gespräch. Interessierte können sich zu der Veranstaltung der Evangelische Akademie im Rheinland, der Diakonie im Ev. Kirchenkreis Dinslaken und dem Laboratorium der Evangelischen Kirchenkreise Dinslaken, Duisburg, Moers und Wesel unter folgendem Link anmelden: https://ekir.zoom.us/meeting/register/u5Mtd-2grz0tGNJQmnsGkY72r6IlO6kdIMh1 Der Diskussionsabend  ist kostenlos.

Diakonie vermittelt private Unterkünfte an die Geflüchteten aus der Ukraine

Dinslaken. Die Hilfsbereitschaft für die Geflüchteten aus der Ukraine ist groß. Viele Bürger:innen engagieren sich und bieten ihre Hilfe an. Damit die Angebote gebündelt werden, und auch bei den Betroffenen ankommen, hat sich in Dinslaken ein Bündnis aus Stadt und vielen sozialen Trägern zusammengeschlossen, dem auch die Diakonie im Ev. Kirchenkreis Dinslaken angehört. Bei einem Treffen wurde jetzt das gemeinsame Konzept der Presse vorgestellt. Das Team der Diakonie ist für die Vermittlung von privatem Wohnraum zuständig. Die Mitarbeitenden prüfen die Unterkünfte und stellen die Kontakte zu den Geflüchteten her. „Bislang haben wir schon über 80 Angebote“, berichtet Alexandra Schwedtmann, Geschäftsführerin der Diakonie. Es sei alles dabei: das Gästezimmer, das umfunktionierte Büro oder die leerstehende Souterrain-Wohnung. Die Hilfsbereitschaft sei riesig. Wer sich ebenfalls engagieren möchte, kann sich an folgende Mailadressen wenden ukraine-hilfe@dinslaken.de  oder wohnraumangebot@stadt-duisburg.de

Wer für die konkrete Arbeit hier vor Ort spenden möchte, kann dies unter folgender Adresse tun:
Spenden für Hilfsaktionen zur Unterbringung der Flüchtlinge im Ev. Kirchenkreis Dinslaken: Diakonisches Werk Dinslaken
Bank f. Kirche und Diakonie eG-KD-Bank
IBAN: DE 33 3506 0190 1088 4070 20
BIC: GENODED1DKD
Verwendungszweck: Ukraine

Spenden für direkte Hilfe in der Krisenregion:
Diakonie Katastrophenhilfe Berlin
Evangelische Bank
IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02
BIC: GENODEF1EK1
Stichwort: Ukraine Krise

Foto (Stadt Dinslaken): Alexandra Schwedtmann, Geschäftsführerin der Diakonie im Ev. Kirchenkreis Dinslaken, bei einem Pressetermin mit der Stadt Dinslaken, anderen Sozialen Trägern und Vereinen, die gemeinsam den Geflüchteten aus der Ukraine helfen.

6 Teilnehmende starten Ausbildung zum Senioren- und Demenzbegleiter*in

Voller Tatendrang haben jetzt die neuen Kursteilnehmenden Nicole Enders, Julia Appel, Gülüfer Ariciihre, Norbert Seuken, Simone Kassel und Katarzyna Sysak (v.l.) ihre Ausbildung zum Senioren- und Demenzbegleiter*in beim Team der Diakonie im Ev. Kirchenkreis Dinslaken (Jonas Egelkraut, hinten links, Christina Biederbeck, rechts und Katharina Kout, vorne rechts) gestartet. Der Kurs findet in Kooperation mit dem Ev. Erwachsenenbildungswerk statt. Wir wünschen viel Erfolg! Das Angebot richtet sich an Menschen, die Freude am Umgang mit älteren Menschen haben und die ehrenamtliche Betreuung von Menschen mit Demenz in einem Demenz-Café übernehmen möchten. Zudem bietet der Kurs die Möglichkeit, sich beruflich zu verändern und in einem Betreuungsdienst oder als selbstständige_r Seniorenbegleiter_in tätig zu werden. Interessierte können sich an Katharina Kout wenden, Tel.: 02064/434723 oder katharina.kout@ekir.de

 

Erste Frühlingsboten für den Sinnesgarten

Gute Nachricht für die Besucher des Sinnesgartens und des Café Vergissmeinicht im Gemeindehaus der Ev. Kirchengemeinde Dinslaken an der Weißenburgstr.: Die ersten Frühlingsboten  warten schon darauf bestaunt zu werden. Dank einer Spende von 456 Euro der Stadtwerke Dinslaken konnte die ehrenamtliche Leiterin Erika Tepel schon einige Blumen einkaufen. Das Geld wurde von Bürgern zusammengetragen, die den diesjährige Stadtwerke-Kalender gegen eine Spende erworben hatten. Der Spenden-Scheck wurde jetzt von Britta Rohkämper, Stadtwerke Dinslaken, an Katharina Kout, Diakonie im Ev. Kirchenkreis Dinslaken und Erika Tepel übergeben. Das Team der Diakonie bedankt ganz herzlich bei allen Spendern und den Stadtwerken.

Foto: Britta Rohkämper (M.), Stadtwerke Dinslaken, übergibt Katharina Kout, Diakonie im Ev. Kirchenkreis Dinslaken (l.) und der ehrenamtlichen Leiterin des Demenzcafés Erika Tepe (re.) den Scheck.